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	<description>Die Würde des Menschen ist unantastbar</description>
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		<title>Heimat</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 08:40:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich habe eine so schöne Wohnung und nun liege ich hier&#8230;&#8221;, beinahe verliert sich die Stimme der alten Frau, immer leiser wird sie. Die junge Schwester hält ihre Hand und wartet ab. Wie soll sie trösten, wo ihr klar ist, dass die schwerkranke Frau, die da vor ihr im Krankenbett liegt, genau um ihre Diagnose [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe eine so schöne Wohnung und nun liege ich hier&#8230;&#8221;, beinahe verliert sich die Stimme der alten Frau, immer leiser wird sie. Die junge Schwester hält ihre Hand und wartet ab. Wie soll sie trösten, wo ihr klar ist, dass die schwerkranke Frau, die da vor ihr im Krankenbett liegt, genau um ihre Diagnose weiß und dass sie vor allem nicht mehr nach Hause zurückkehrt. Es ist unmöglich, dass ihr einziger Sohn sie zu Hause betreuen könnte, dafür ist der medizinische Aufwand zu groß. Natürlich haben sie lange und ausführlich darüber <span id="more-1298"></span>gesprochen, was sein wird, sollte es einmal soweit kommen und die Mutter schwerkrank und bettlägerig würde. Nun war das Hospiz ihr letztes Daheim.</p>
<p>Mit leeren Augen, denen jeder Hoffnungsschimmer fehlt, sah die alte Frau durch die Schwester beinahe hindurch, während sie weiterspricht: &#8220;Wir haben es nie leicht gehabt und erst in den letzten Jahren habe ich so eine herrliche Wohnung. Schwester, so wunderschön eingerichtet, dass es eine wahre Freude ist. Als sie mich holten, wusste ich sofort, dass ich nichts mehr davon sehen werde.&#8221; Sie beginnt mit den aufsteigenden Tränen zu kämpfen. Sprachlos und beinahe hilflos streicht die Schwester über die alte und faltige Haut, selbst nicht fähig, aufmunternde Worte auszusprechen. Wie oft war sie selbst schon umgezogen und musste von Neuem beginnen, ihre schöne Heimat nach der Scheidung verlassen und in kleinerem Rahmen von vorne beginnen. Freilich war dies etwas anderes und doch konnte sie sich einfühlen in die Trauer dieser Frau, die alles, was ihr zuletzt lieb und teuer war, aufgeben musste.</p>
<p>Dann erinnerte sie sich eines Ausspruchs, den sie irgendwo einmal gelesen hatte. <span style="color: #993366;">Eine Heimat ist ein Platz, an dem ich willkommen bin. Es ist ein Platz, der behütet, sicher, heimelig und vertraut ist. <span style="color: #000000;">Es ist ein Ort, mit dem wir uns identifizieren können. Heimat bedeutet dabei viel mehr einen ideellen Wert als einen konkreten Ort. Jeder Verlust der Heimat ist mit sehnenden Schmerzen verbunden. Heimweh. Wer Heimweh hat, der sehnt sich sehr nach dem Ort, &#8220;wo alles in Ordnung&#8221; ist. Nicht umsonst haben Menschen wehmütige Tränen in den Augen, wenn sie die Lieder ihrer verlassenen Heimat singen. Altbekanntes sind zarte Verbindung zu dieser vertrauten Umgebung. </span></span></p>
<p>Dieses Gefühl der Willkommenheit, des Behütetseins, der Heimeligkeit und Vertrautheit, dieses Gefühl der Wertschätzung möchte ich dieser Dame geben, denkt sich die Schwester und die Hilflosigkeit tritt für Momente in den Hintergrund. Ja, der Spruch hat schon Gültigkeit: <span style="color: #993366;">Wenn nichts mehr zu tun ist, ist noch sehr viel zu tun. <span style="color: #000000;">Ihre Krankheit hat einen progredienten Verlauf und übrig bleibt vom medizinischen Aspekt her nur die Schmerztherapie. Doch da zu sein und die letzten Tage dieser Frau durch ein &#8220;in Beziehung treten&#8221; und durch Zuwendung verschönern, mögen helfen, ihr Leid zu lindern. Um hier, in dieser neuen Umgebung für sie einen Ort zu schaffen, wo sie sich auch sicher und aufgehoben fühlen kann. Um ein kleines Stück Heimat zu schaffen, bis sie heimgeht zur Ursprungsheimat. </span></span></p>
<p><span style="color: #993366;"><span style="color: #000000;"><a href="http://annemariealbrecht.npage.at/">Belletristik</a><br />
</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Lebensmelodien</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 18:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir uns und den Umgang mit anderen Menschen neu definieren lernen. Es ist eine Zeit, die uns physisch, psychisch und sozial wesentlich mehr fordert als es in früheren Jahren war. Nichts scheint mehr überschaubar und doch liegt es an uns und unserer Kompetenz, innehalten zu können und unsere Ressourcen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir uns und den Umgang mit anderen Menschen neu definieren lernen. Es ist eine Zeit, die uns physisch, psychisch und sozial wesentlich mehr fordert als es in früheren Jahren war. Nichts scheint mehr überschaubar und doch liegt es an uns und unserer Kompetenz, innehalten zu können und unsere Ressourcen zu entdecken.</p>
<p>Meine Welt war ja viele Jahre auf den Kopf gestellt und erst als<span id="more-1293"></span> ich an einem letzten, geschwächten Strang zog, erkannte ich die Richtungsweiser an meiner Lebenskreuzung. In <a href="http://www.thalia.at/shop/at_tha_buch_startseite/typhoonartikel/ID23177203.html;jsessionid=fdc-C98352F50BFB1ABD064DD3B8C45D815A.tc2?zUserID=9975&amp;zanpid=1632097686570624000">Rosenblätter auf den Scherben</a> schrieb ich unter dem Pseudonym Joanna la Bright davon. Dann lernte ich meinen Lebensgefährten kennen und er ließ mich an seinen Lebenserinnerungen teilhaben. Erinnerungen, die ebenso von Verlust, Kränkung und Schmerz zeugten und aus der er mit wundersamer Stärke und Dankbarkeit dem Leben gegenüber herausgegangen ist.</p>
<p>Er verlor innerhalb weniger Jahre seine ganze Familie. Zuerst starb vor 10 Jahren seine geliebte Tante, die neben seinem Elternhaus wohnte. Ein Jahr darauf starb sein Vater, die Mutter folgte dem Vater zwei Jahre später und zuletzt starb vor geraumer Zeit auch sein einziger und um fünf Jahre älterer Bruder. Er war jedem Familienmitglied innig verbunden und die Menschen in der Stadt sagen heute noch, dass dies eine solch wunderbare Familie war. In der letzten Stunde hielt er jedem seiner vertrauten Menschen die Hand und begleitete sie hinüber in die andere Dimension. So auch zuletzt den geliebten Bruder.  Als der Bruder sein Leben ausgehaucht hatte, fuhr mein Freund heim und setzte sich unter den Nussbaum, den die beiden vor vielen Jahren gemeinsam gepflanzt hatten und verabschiedete sich so nochmals von ihm.</p>
<p>Gestern wäre er 50 Jahre alt geworden und mein Partner setzte sich mit einer sehr exquisiten Flasche Rotwein auf die Terrasse und stieß auf seinen Geburtstag an. Während er sagte: &#8220;Lieber Bruder, ich stosse auf Dich an&#8221;, blickte er hinauf zum Himmel und ich sah die verräterischen Tränen glitzern, die Zeugnis von einer trauernden Melancholie gaben.</p>
<p>Weisheit, Reife, Schönheit, Dankbarkeit und Liebe werden uns zuteil durch unsere Lebenserfahrungen. Und mein Partner, einerseits erfüllt von wunderschönen Erinnerungen an eine glückliche Zeit in einer harmonischen Familie und andererseits schier erdrückt durch all die Verluste, die er erfahren musste und keinen seiner Lieben wieder um sich sieht, sieht heute ganz genau auf alle Ressourcen dieser Erde hin. Er vollendet seine Lebensmelodie auf eine Weise, die jedem Menschen Respekt und Anerkennung zollt, Wertschätzung und Aufmerksamkeit jedem Augenblick dieses Lebens gegenüber.</p>
<p>Und es fügt sich zusammen, dass ich in einer Einrichtung arbeite, in der auch wir alte und sterbende Menschen begleiten und als mich mein Freund abends vom Dienst abholte, kam uns eine Bewohnerin &#8211; zart und gebrechlich &#8211; mit ihrem Rollator entgegen. Mein Freund hielt den Wagen an, stieg aus, nahm mich an der Hand und wir steuerten gemeinsam den Gehweg an, um zu Frau Z. zu gehen. Frau Z. war so erfreut darüber, dass wir ein paar Worte mit ihr sprachen und aus diesen Worten wurde ein langes und erfreuliches Gespräch, das gut eine Stunde dauerte. Ein herrlich warmer Frühlingsabend umspielte uns.</p>
<p>Begleiten, ein Stück Weg gehen, Momente schenken und die Hand dorthin reichen, wo es gut tut. Aktive Lebenshilfe beinhaltet Respekt und Anteilnahme am Leben für uns alle. Fokussieren wir uns auf die guten Augenblicke, die uns das Leben bietet und schenken wir dies auch. Erkennen wir, dass die angebotene Hand und Zuwendung ein wunderbares Kissen ist, in das man sich schmiegen möchte. Jeder.</p>
<p>Sehen wir genau hin und wir erfahren von wundersamen und schönen Dingen des Alltags. Von Würde und Mitmenschlichkeit und von Liebe, die nichts bedingt. Gottes Schutz und Segen für uns alle.</p>
<p><a href="http://www.thalia.at/shop/at_buch_start/mehr-von-suche/ANY/sa/joanna_la_bright.html">Eure Annemarie</a></p>
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		<title>zu neuen Ufern</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 16:47:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Erschütterungen und dem Erdboden gleichgemacht, Begegnungen mit den größten Krisen und Verluste zu erfahren zeigen uns Grenzen auf, geben unseren Herzen tiefsten Klang der Trauer und beschränken uns. Dennoch begleitet auch diese Form von Erfahrungen, sei es Krankheit, Tod, tiefe Krise durchVerlassenheit oder andere Lebenskrisen etwas unvorstellbar Gutes. Lebenskompetenz. Wir erfahren auf dem Weg durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erschütterungen und dem Erdboden gleichgemacht, Begegnungen mit den größten Krisen und Verluste zu erfahren zeigen uns Grenzen auf, geben unseren Herzen tiefsten Klang der Trauer und beschränken uns. Dennoch begleitet auch diese Form von Erfahrungen, sei es Krankheit, Tod, tiefe Krise durchVerlassenheit oder andere Lebenskrisen etwas unvorstellbar<span id="more-1286"></span> Gutes. Lebenskompetenz.</p>
<p>Wir erfahren auf dem Weg durch dunkle Täler und am Weg von Schatten und Leere am Ende ein neues &#8220;Lernen&#8221;. Wir gewinnen Einsichten und hilfreiche Stärke. Das Leben, das bisher das Unsrige war, kann so nicht mehr gelebt werden. Durch die Krise, durch das Leid und das Ende entsteht ein neuer Klang in unseren Herzen, der uns auffordert, stärker hinzusehen und neu zu werden.</p>
<p>Jeder Mensch durchlebt im Laufe seines Lebens seine persönlichen kleinen und großen Krisen. Und manche wirft uns völlig aus der Bahn und bringt uns zur Kreuzung, zum Wendepunkt. Zum völligen Umdenken. Sei es durch Scheidung, durch den Verlust der Arbeit oder einer schweren Erkrankung. In der Krise scheint es fast unmöglich, mit dem unsagbaren Leid, das wir empfinden, fertig zu werden. Unsere Seele scheint dies oft nicht mehr fassen zu können.</p>
<p>Diese Erschütterung ist oft so weitreichend, dass kein Ziegel mehr auf dem anderen steht und das Lebenshaus neu errichtet wird. Nichts ist mehr, wie davor. Plötzlich steht man vor der Zerbrechlichkeit des Seins, vor der Endlichkeit des Lebens in allen Facetten. So oft zu einem sehr hohen Preis.</p>
<p><span style="color: #000000;">Doch vergessen wir nie: &#8220;Wer nah dem Tode ist, der ist auch näher als andere am Leben&#8221;. Durch schwere Krisen fangen wir endlich das &#8220;wahre Glück&#8221;. Denn ab nun, nach all dem Erlebten, fangen wir unsere Schmetterlinge ein und leben neu: <span style="color: #993366;">&#8220;Ich lebe, als hätte ich die Zeit angehalten&#8221;</span></span></p>
<h1><span style="color: #000000;">Nun wird jeder Augenblick zum Kleinod</span></h1>
<p><a href="http://www.amazon.de/Rosenbl%C3%A4tter-auf-Scherben-Joanna-Bright/product-reviews/3990100343/ref=sr_1_1_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1">Rosenblätter auf den Scherben </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>auf der Wanderschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 18:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage &#8220;Warum? hatte sie sich in ihrem Leben oft genug gestellt. Doch erst nach vielen Jahren, nach viel zu lauten Ermahnungen, zuviel vergossenen Tränen, zu vielen Forderungen und Regeln, erst im Nachhinein entstehen neue Gedanken. Erst im Nachhinein nimmt ihr Weg Gestalt an. Es war gut, vieles erlebt zu haben, oft genug abgestiegen, hinuntergefallen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage &#8220;Warum? hatte sie sich in ihrem Leben oft genug gestellt. Doch erst nach vielen Jahren, nach viel zu lauten Ermahnungen, zuviel vergossenen Tränen, zu vielen Forderungen und Regeln, erst im Nachhinein entstehen<span id="more-1266"></span> neue Gedanken. Erst im Nachhinein nimmt ihr Weg Gestalt an. Es war gut, vieles erlebt zu haben, oft genug abgestiegen, hinuntergefallen zu sein. Auf den Grund zu sinken, um die Schatten zu sehen und dann aufsteigen zu können.</p>
<p>Krisen, Zweifel, Sorgen und Ängste als permanente Wegbegleiter und sie winkten ihr am Wegesrand zu und zogen sie in ihren Bann. Doch ihr begegnete auf der Straße des Lebens auch Authenzität, Wagemut, Empathie und Echtsein in Menschengestalt und diese Menschen voll Liebe und Annahmebereitschaft rüsteten sie mit Mut aus und ließen sie wachsen während ihrer Wanderschaft durch Dickicht und Schatten und erfrischten ihre Seele.</p>
<p>An allen Lebensaufgaben wachsen wir und so auch sie. Und wenn sie heute nach vielen Lenzen durch die neu erwachte Natur geht, mit offenen Sinnen und Demut im Herzen, klingt eine leise wehmütige, aber klare Melodie in ihr. &#8220;Vieles tat mir weh und oft gelangte ich an schmale Gräben, ich wurde beinahe zerstört und auch ich zerstörte. Doch jede Sekunde, jeden Augenblick meines Lebens möchte ich heute auf mich achten und über mich wachen. Mich selbst lieben und mir selbst eine gute Mutter, ein guter Vater, ein guter Freund sein.&#8221;</p>
<p><span style="color: #993366;">Lassen wir unsere Herzen nicht los. Verarmen wir nicht in den eigenen Armen. Haben wir auch mit uns selbst Erbarmen. Spüren wir doch das Bitten unserer eigenen Seelen. Lernen wir wieder zu schweben, zu tanzen, zu singen und zu lachen. Lernen wir, uns zu lieben, zu leben und erkennen wir uns, finden wir auch zu uns. Lassen wir unsere Luftballone fliegen voll Freude, Liebe und Glück.</span></p>
<p><a href="http://annemariealbrecht.npage.at">Annemarie</a></p>
<p><span style="color: #993366;"><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>im Wandel der Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 11:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Na super&#8230; da hat mein Computer nun doch das Zeitliche gesegnet. Mein Sohn &#8211; unsere Kinder sind ja wahre Computerfreaks &#8211; hat sich sofort bereit erklärt, mich zu begleiten, um ein neues Gerät einzukaufen. Nachdem er sich zuvor schlau gemacht hat, eröffnet er mir, zwei Top-Geräte ausfindig gemacht zu haben, wobei das teurere Gerät wesentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Na super&#8230; da hat mein Computer nun doch das Zeitliche gesegnet. Mein Sohn &#8211; unsere Kinder sind ja wahre Computerfreaks &#8211; hat sich sofort bereit erklärt, mich zu begleiten, um ein neues Gerät einzukaufen. Nachdem er sich zuvor schlau gemacht hat, eröffnet er mir, zwei Top-Geräte ausfindig gemacht zu haben, wobei das teurere Gerät wesentlich mehr Speicherkapazität und Programme aufweise. Er spricht natürlich in einem außergewöhnlichen Fachjargon, wobei ich keine zwei Wörter wiedergeben kann und er antwortet auf Nachfragen von mir: &#8220;Mama, Du kennst Dich sowieso nicht aus. Jedenfalls ist für Dich das eine Gerät besser. Der muss bei Dir ja was aushalten&#8230;&#8221;. Na super nochmal &#8230;?&#8230;.!<span id="more-1262"></span></p>
<p>Ooooo&#8230;.Oooooh&#8230;, na ja&#8230; So wandelt sich alles&#8230; und wurde dem älteren Menschen früher Weisheit und Lebenswissen zugestanden und konnte er seine gesammelten Erfahrungen weitergeben, so wird heute das Auge verdreht und milde gelächelt. Ach ja, das Wort des Älteren hatte früher Gewicht und da heißt es nun ein bisschen umdenken.</p>
<p>So wandelt sich nun die Gesellschaft und vieles ist anders. Nicht jeder denkt positiv darüber und manch ein Älterer lächelt milde mit den Jungen mit. Denn nicht jedem macht es so wie mir wenig aus, dass mein Junge &#8211; einen guten Kopf größer als ich &#8211; zu verstehen gibt, dass ich beileibe nicht alles wisse und er mir &#8220;das Gelbe vom Ei&#8221; erklärt.</p>
<p>Und es ist doch auch so, dass wir auch in späteren Lebensjahren nicht davon ausgenommen sind, Neues zu entdecken, Neues zu lernen und wie die Jungen auch einem stetigen Lern- und Reifeprozess unterworfen sind. In jeder Lebensstufe heißt es, sich neu einzurichten und Grenzen und Fähigkeiten zu erkennen, sie abzustecken und neu einzustufen.</p>
<p>Und immer wieder gilt es, manch Situationen oder Einstellungen neu zu überdenken, manches zu bestehen, festgefahrene Geleise zu verlassen und Richtungswechsel vorzunehmen. Als älterer Mensch ist man feinfühliger für Wesentliches, man hat vieles gesehen und erlebt und so leicht kann einem niemand mehr ein I für ein U vormachen.</p>
<p>Die Generationen können sich gemeinsam soviel geben, denn die Jungen, wie die Alten &#8220;halten sich an der Schulter der anderen fest&#8221;, jeder hat das Seine und wird das Seine für die jeweilige andere Generation getan haben oder noch tun. Und nichts schließt das andere aus, nicht die Weisheit und Klugheit der Jungen und nicht die Weisheit und Erfahrenheit der Alten.</p>
<p><span style="color: #800080;">Manchmal tut es gut, die Dinge ein wenig anders zu sehen&#8230;</span></p>
<p><a href="http://annemariealbrecht.npage.at">Meine Bücher</a></p>
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		<title>Flügelschlag</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 19:13:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang April und sie ist immer noch gezwungen, das kühle Wetter auszuhalten. Trotzdem ist ihre Stimmung ausgelassen, beinahe wie die eines Kindes, eines Jugendlichen voller Überschwang. Die Freude allein daran, zu sehen, wie es ihrem Vater wieder besser geht. Er hat mich durch mein Leben begleitet, mir Wurzeln geschenkt und Flügel verliehen. Flügel, mit denen ich mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang April und sie ist immer noch gezwungen, das kühle Wetter auszuhalten. Trotzdem ist ihre Stimmung ausgelassen, beinahe wie die eines Kindes, eines Jugendlichen voller Überschwang.<span id="more-1255"></span> Die Freude allein daran, zu sehen, wie es ihrem Vater wieder besser geht.</p>
<p>Er hat mich durch mein Leben begleitet, mir Wurzeln geschenkt und Flügel verliehen. Flügel, mit denen ich mich erheben konnte und mein Leben in einer Weise leben ließen, dass ich alles, was auf dem Weg lag, meistern konnte, denkt sie, während sie in sein lächelndes Gesicht blickt.</p>
<p>&#8220;Hey Schatz&#8230;&#8221;, spricht ihr Vater leise, die Stimme immer noch gekennzeichnet von der Erkrankung Krebs &#8220;&#8230;kannst Du noch so gut schwimmen wie damals als Kind?&#8221; Kurz, wenige Sekunden vielleicht, ein leichtes Staunen in ihren Augen, bevor sie ihm antwortet, eher fragend: &#8220;Vater, wie meinst Du? Ich schwimme doch sehr gut, würde ich meinen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Dann schwimme Dich frei, mein Kind. Ich liebe Dich, vergiss das nie&#8230;&#8221; kurz stockt der kranke Mann und sieht zur Decke, zu einem für sie nicht erkennbaren Punkt &#8220;&#8230;und selbst wenn Du nicht schwimmen könntest, gibt es immer noch Schwimmflügel, weißt Du.&#8221;</p>
<p>Tief und vernehmlich atmet sie ein und versucht, die Worte des Vaters zu fassen. Vorm Fenster fliegt ein orangefarbener Schmetterling vorbei und zeitigt die nahende wärmere Zeit. Sie dreht sich wieder dem Vater zu und sagt: &#8220;Auch Du warst mir immer wie ein Schwimmring. Ich bin froh, dass es Dir wieder besser geht, Purzelbäume könnte ich schlagen. Hoffentlich, Vater, auch Du bald wieder.&#8221;</p>
<p>Vier Tage später wimmelt es nur so im Haus. Der Vater wird auf einer Bahre aus dem Haus getragen. Freunde und Bekannte haben sich eingefunden, um dazusein, auch für sie. Jemand tippt ihr sanft auf die Schulter, sie spürt es nicht. Das Gefühl der Unbeschwertheit und der maßlosen Energie von noch vor wenigen Tagen ist fort, obwohl nun endlich die Sonne scheint und Wärme und Kraft versprüht.</p>
<p>Vater, jetzt weiß ich, was Du meintest. Und wieder gibst Du mir eine Wurzel als Halt. O mein Gott, hilf mir, denkt sie, während sie hinter dem Bestattungsteam nachtrottet, um sie zu verabschieden. Etwas später spürt sie nochmals ein Tippen an ihrer Schulter und dreht sich endlich danach um. Ihre Tante steht mit verweinten Augen neben ihr und drückt ihr einen Umschlag in die Hand.</p>
<p>&#8220;Was ist das, Tante Hermi?&#8221; &#8220;Sieh nach, Ariane. Dein Vater wollte, dass ich Dir diesen Brief gebe, sobald der Tag da ist.&#8221; Tante Hermi dreht sich um und geht zurück zu den anderen. Ariane nimmt den Brief und geht nach oben, setzt sich in Vaters Lieblingssessel und öffnet das Schreiben:</p>
<p><span style="color: #800080;">&#8220;Du warst immer der Meinung, ich sei stark und unabhängig, frei von Angst und erfolgreich in allem, was ich tue. Von Herzen wünsche ich Dir, mein Kind, all das auch zu sein. Doch auch ich habe mich manchmal auf dem Wasser treiben lassen und ich fand nicht immer sofort das rettende Ufer. Manchmal trieb ich auf einem Meer von Tränen und manchmal trieb mich der Wind zu sehr vom Kurs ab. Aber immer gab es den Anker, das Rettungsboot, den Schwimmreifen und die ruhige See, die mich wieder zu neuen Ufern brachten und immer erhielt ich nur solch Maß an Schmerz, wie ich tragen konnte und immer erhielt ich soviel Hilfe, dass ich wieder lachen konnte. All das wünsche auch ich Dir, mein geliebtes Kind.&#8221;</span></p>
<p>Langsam und sacht gleitet das Blatt Papier auf ihre Beine, gedankenschwer sucht ihr Blick durch das Fenster den Weg nach draußen und wieder flattert ein bunter Schmetterling vorm Fenster herum. Seine zitronengelbe Farbe wetteifert mit den Strahlen der Sonne. Sie registriert es mit traurigen Augen, einem dicken Kloss im Hals und mit wehem Herzen, faltet den Brief fein säuberlich zusammen und legt ihn in eine Schatulle, bevor sie zu den anderen zurückkehrt.</p>
<p><a href="http://annemariealbrecht.npage.at">Eure Annemarie &lt;3 in Liebe</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Loslassen</title>
		<link>http://www.hospizblog.at/?p=1243</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Mar 2012 13:51:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Nein Schwester, es ist nicht so schwer für mich, dass ich nun ins Pflegeheim musste. Es ist nicht so schwer für mich als es der Tod meines Mannes war. Das hat mir am meisten weh getan.&#8221; Die Bewohnerin seufzte auf und schloss für Momente die Augen. Die Wehmut war wieder deutlich in ihrem Gesicht erkennbar. Sacht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Nein Schwester, es ist nicht so schwer für mich, dass ich nun ins Pflegeheim musste. Es ist nicht so schwer für mich als es der Tod meines Mannes war. Das hat mir <span id="more-1243"></span>am meisten weh getan.&#8221;</p>
<p>Die Bewohnerin seufzte auf und schloss für Momente die Augen. Die Wehmut war wieder deutlich in ihrem Gesicht erkennbar. Sacht strich ihr, Verständnis und Mitgefühl signalisierend, die Schwester über die rechte Hand.</p>
<p>Die beiden sahen sich an. Die alte Dame mit ihren wissenden Augen, die vieles gesehen und erkannt hatte in ihrem Leben und die blonde Schwester in der Blüte ihrer Jahre, auch mit ihren Erfahrungen gesegnet und doch noch so manches vor ihr, was es zu lernen gibt.</p>
<p>Die alte Frau wischte die Tränen von den Wangen fort, die sich über die Erinnerungen meldeten und ihr Gegenüber die Trauer in ihrem Herzen ahnen ließen und ein leises Lächeln stahl sich dennoch wieder in ihr Gesicht, obgleich sie die warme, weiche Hand der Jüngeren auf ihrem Handrücken spürte.</p>
<p>Die Schwester lächelte zurück in dieses weise, von Falten übersäte Gesicht und erinnerte sich in Gedanken an ihren eigenen Verlust. Sie konnte mitfühlen, denn auch ihr Herz war sofort voller Wehmut, als sie daran zurückdachte, wie sie eines Abends heimkam in ein leeres Haus und auf einem knallgelben Kissen ein blütenweißes Papier, fein zusammengefaltet lag und nur ihr Name in Blockbuchstaben darauf prangte.</p>
<p>Wie schwer war es ihr selbst damals gefallen, zu akzeptieren und anzunehmen, dass ER nicht mehr da ist und auch nie mehr zurückkommen würde. ER hatte sich für eine andere Frau entschieden. Wie auch immer, was auch mehr weh tut, freie Entscheidung oder höhere Gewalt, Verluste anzunehmen und loszulassen, das ist schwer.</p>
<p>Schwer ist es, anzunehmen und loszulassen. Feste Punkte im Leben und Gewohnheiten aufzugeben und nochmals aufzubrechen und dies so lange, bis wir zu unserem allerletzten Gang, unserer letzten Reise, zum Heimweg aufbrechen.</p>
<p>Loszulassen, nicht nur Dinge oder Orte, sondern auch Beziehungen, Aufgaben und auch Haltungen und Einstellungen. Hoffnungen, Erwartungen und andere Gefühle. Wir haben uns an etwas oder jemand gebunden und müssen es aus irgendeinem Grund aufgeben und loslassen, für gewisse Zeit oder gar für immer. Und es ist nie leicht, einfach einen Schlussstrich zu ziehen und zu sagen, nun denn, so ist es&#8230;</p>
<p>Doch dieser Schlussstrich wäre notwendig und das Loslassen für unser Überleben und für neues Glück so wichtig und Voraussetzung zum Weitergehen für neue Aufgaben.  Annehmen und Loslassen braucht Mut und das Zulassen der Trauer über das, was uns genommen wurde. Aber in dem Ausmaß, dass wir es zwar nicht verdrängen, aber nicht mehr festhalten möchten, damit wir frei werden für Neues.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_0_10/278-4329870-8592264?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Dstripbooks&amp;field-keywords=joanna+la+bright&amp;sprefix=joanna+la+%2Cstripbooks%2C314">Rosenblätter &#8211; Buchtipp </a></p>
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		<title>ganz bleiben können</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 17:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Diese Einheit bildet die Grundlage für unser Sein. Lassen wir nicht die Seele außen vor. Egal, mit welchen Einschränkungen uns alle das Leben prüft, lassen wir nie die Seele außen vor. Wenn wir dies zulassen, dann fehlt etwas Entscheidendes. Wir sind dann niemals GANZ. Auch mit unserer Seele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Diese Einheit bildet die Grundlage für unser Sein. Lassen wir nicht die Seele außen vor. Egal, mit welchen Einschränkungen uns alle das Leben prüft, lassen wir nie<span id="more-1230"></span> die Seele außen vor. Wenn wir dies zulassen, dann fehlt etwas Entscheidendes. Wir sind dann niemals GANZ.</p>
<p>Auch mit unserer Seele begegnen wir der Welt und den Menschen. Haben Menschen körperliche Einschränkungen, aufgrund einer schweren Erkrankung oder aufgrund des hohen Lebensalters, egal, ob in den Rollstuhl gefesselt, immobil oder gar im Wachkoma, so dürfen wir die seelische Dimension nie vergessen. Den Körper, die Wunde und das körperliche Gebrechen zu &#8220;versorgen&#8221;, zu pflegen, genügt nicht. Wenn die Seele verkümmert, die Seele wund ist, stirbt der Mensch. Er wird still, bekümmert, gram und verliert sich.</p>
<p>Es ist immens wichtig, nicht nur den Körper und den Geist, sondern auch die Seele zu schützen, zu umsorgen und zu stärken. Ganz gleich, was ist, ist wichtig zu handeln und zu fühlen und ein &#8220;warmes Herz&#8221; zu schenken. Dies ist Glück und führt uns dem &#8220;eigentlichen&#8221; Leben zu. Trotz oder gerade bei körperlichen Gebrechen. Das Seelenleben ist an höchste Stelle zu heben.</p>
<p>&#8220;Ich bin zu nichts mehr nütze, Schwester I. &#8230;&#8221;, weint die Bewohnerin bittere Tränen, &#8220;&#8230; und nun mache ich auch noch das Bett so voll&#8221;. Frau W. kann sich beinahe nicht beruhigen, während ihr die Schwester die Hand zwischen Brust und Halsbereich legt und leichte Streichungen durchführt, die Frau W. helfen sollen, sich etwas zu beruhigen und ihre Zimmernachbarin sagt leise: &#8220;Wir kennen uns schon so lange und sie war immer so reinlich und penibel&#8221;.</p>
<p>&#8220;Und jetzt kann ich mich so schämen, weil&#8230;.&#8221;. Die Schwester verstärkt den Druck der Streichung ein bisschen, während sie sagt: &#8220;Frau W., ich fühle so mit ihnen, aber bitte weinen sie doch nicht mehr. Schauen sie, ich habe ihnen das Bett wieder frisch bezogen, dazu bin ich ja da. Und ich schaue öfter nach ihnen, wenn es recht ist&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230;das Bett wird wieder voll&#8230;&#8221;, Frau W. kann den Tränenfluss nicht steuern und weint bitterlich. Frau Z., ihre frühere Weggefährtin, die heute Freude daran hat, auch im Alter wieder mit ihrer Freundin im Heim zusammen sein zu können, meint: &#8220;Schau Resi, du warst immer so bedacht darauf, gut auszuschauen und heute noch tust du das. Und ins Bett hab ich auch schon gemacht, das ist das Alter. Da wein ich nicht mehr&#8230;.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach du&#8230;&#8221;, meint Frau W. verweint und wird wieder still. &#8220;Frau W&#8230;., die Schwester reicht ihr ein Taschentuch, während sie weiterspricht: &#8220;&#8230;auch ich muss mit meinen 50 Jahren schon öfter mal eine Einlage nehmen, weil ich beim Husten oder bei Anstrengung Harn verliere. Sie sind da nicht alleine, nur sprechen tut man meist nie drüber. Sie sind, wie Frau Z. schon sagt, eine solch attraktive und reinliche Frau und das, was ihnen manchmal nachts passiert, kann wirklich jedem passieren. Oft ganz jungen Menschen, wenn sie krank sind so wie sie.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach Schwester&#8230;.&#8221;, Frau W. weint immer noch, doch es wird leiser. &#8220;&#8230;Schwester, schauen sie öfter nach und welche Einlage nehmen wir denn nun?&#8221; Die Schwester holt 3 verschiedene Stärken aus dem Wäschekasten und lässt Frau W. prüfen. Sie sagt ihr auch ihre Meinung, welche am geeignetsten wäre für die Nacht und was tagsüber notwendig wäre.</p>
<p>Wissend und untermauernd mit Kopfnicken gibt auch Frau Z. zu verstehen, was sie davon hält: &#8220;Du, die mittlere hab ich auch, die siehst du nicht mal durch die Hose. Und was die Schwester sagt, stimmt. Denn meine Schwester hat mit 30 schon oft größere Einlagen wegen der dauernden Blasenentzündungen nehmen müssen. Wenn die mal keine Einlage drin hatte, hat ihr gleich was gefehlt. Früher hab ich mich da drüber kaputt gelacht.&#8221;</p>
<p>Sie lachte und auch Frau W. stimmte plötzlich ins Lachen mit ein und wischte die Tränen, die immer noch verstohlen an den Augenwinkeln rausliefen, mit dem Taschentuch ab. Zu dritt standen die 3 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, Pflegerin und zu Betreuende, verschiedene Generation und robuster und weniger robust in ihren Einstellungen und lachten, was das Zeug hielt.</p>
<p>&#8220;Ich war nie so ein Mimöschen, ich nehme es, wie es kommt. So ist halt das Leben, aber du warst schon immer so, außer halt mit deiner Reinlichkeit. Ja nur kein Ungeschick und schon gar nicht ungeschminkt raus aus dem Haus. Aber schau, hier in der Nacht sieht uns eh keiner und wollen wir uns vielleicht in unserem Alter heut noch einen Mann aufreißen, ha&#8230;&#8221;, spricht Frau Z. ziemlich vehement rüber zu ihrer Nachbarin und Freundin.</p>
<p>&#8220;Pah&#8230;&#8221;, meint nun auch Frau W., der nun auch das Weinen vergangen ist, &#8220;&#8230;da gibt es eh keine gescheiten Männer herinnen.&#8221; Wieder lachten alle drei. &#8220;He&#8230;&#8221;, fiel Frau W. noch ein: &#8220;&#8230;einen wüsst ich schon, den Pfleger H., aber was fängt der mit uns 2 alten Schachteln an&#8230;.&#8221; und Frau W. prustet sich vor Lachen, Frau Z. stimmt verschmitzt mit ein.</p>
<p>&#8220;Nun gut, meine Damen, nun muss ich mal nach den anderen Bewohnern sehen, ich schaue aber wieder vorbei. Und sollte etwas sein, dann bitte läuten sie. Gute Nacht, schlafen sie gut.&#8221; Die Schwester streicht nochmal über die Bettlaken der beiden Damen und entfernt sich. Beinahe wie aus einem Mund hört man von den beiden Bewohnerinnen ihr klares, ohne weinenden Laut besetztes: &#8220;Gute Nacht, Schwester und Danke.&#8221; Die Schwester lächelt: &#8220;Auch ich danke. Gute Nacht, die Damen&#8221;.</p>
<p><span style="color: #800080;">Wenn wir ein Herz suchen, wenn wir das Herz leben, wenn wir ein Herz erfühlen, dann gibt es dazu einen Schlüssel. Er spendet unendliches Leben. Im offenen Ohr, der offenen Hand, dem Verständnis und dem Lächeln. Was wir suchen und uns weitet, ist die Liebe und die Annahme, ist die Zeit, die wir schenken und es sind die kleinen wundersamen Augenblicke, in denen auch wir empfangen. Manches ist so wesentlich und doch so einfach. Und manchmal gibt es kleine Wunder.</span></p>
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		<title>neuer Glanz</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 23:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nachtschwester geht dem Ruf der Glocke nach. Während sie leise den matt erleuchteten Gang entlanggeht und immer genauer die Stimmen aus dem Fernseher hört, je mehr sie sich dem Zimmer nähert, vor dessen Tür das Blinklicht darauf hinweist, dass die Bewohnerin Hilfe benötigt. &#8220;Guten Abend, Frau S.&#8221;, grüßt sie leise und lächelt die alte Frau im Rollstuhl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nachtschwester geht dem Ruf der Glocke nach. Während sie leise den matt erleuchteten Gang entlanggeht und immer genauer die Stimmen aus dem Fernseher hört, je mehr sie sich dem Zimmer nähert, vor dessen Tür <span id="more-1224"></span>das Blinklicht darauf hinweist, dass die Bewohnerin Hilfe benötigt.</p>
<p>&#8220;Guten Abend, Frau S.&#8221;, grüßt sie leise und lächelt die alte Frau im Rollstuhl an. Frau S. drückt auf die Fernbedienung ihres Fernsehapparates und freut sich ebenso: &#8220;Hallo Schwester B., ich möchte jetzt gern ins Bett gehen. Bitte legen sie mir doch für morgen noch die frischen Socken und Unterwäsche heraus. Die Medikamente habe ich schon genommen. Wissen sie, gestern konnte ich nicht gut schlafen, ich hoffe, mir geht es heute anders.&#8221;</p>
<p>&#8220;Frau S., ich wünsche es ihnen. Jetzt haben sie sich ja schon bei uns eingewöhnt, daran kann es ja nicht liegen. Wenn ich denke, welch genauen Tagesablauf sie sich zugelegt haben. Handarbeiten, fernsehen, Spaziergänge mit dem Rollator, hier ein Gespräch mit anderen Bewohnern &#8230; &#8221;</p>
<p>Frau S. unterbricht die Schwester: &#8220;Ja, ich bin doch schon eineinhalb Jahre im Heim und es ist mir ein Zuhause geworden. Von Anfang an habt ihr mich so lieb aufgenommen, wie in einer Familie. Und ich brauch auch immer was zu tun, das ist mir so wichtig. Bald ist ja der Ostermarkt und ich habe wieder viele Aufträge für den Markt. Ich umhäkele Ostereier. Froh bin ich auch, dass ich für das Haus etwas machen und beitragen kann.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich muss auch immer etwas tun&#8230;&#8221;, lachte die Schwester, während sie der Dame aus dem Pulli half, nicht ohne dass Frau S. kurz anmerkte, dass die Frisur bitte nicht zerstört werden möge, &#8220;&#8230;und da nehme ich sie mir als Beispiel. Ich würde auch nicht nur so dasitzen mögen und den ganzen Tag nichts zu tun haben. Und wenn es lesen, quatschen, fernsehen, handarbeiten oder malen ist. Es ist gut, wenn man noch etwas tun kann und dazu beitragen, dass etwas entsteht.&#8221;</p>
<p>Frau S. wiegt den Kopf leicht hin und her und streicht ihr Nachthemd glatt, dass sie mit Hilfe der Nachtschwester angezogen hatte: &#8220;Ja, Gott sei Dank. Denn es ist schon schlimm, dass meine Füsse nicht mehr so mögen, aber solange irgendetwas geht und das Handarbeiten geht ja noch prima, solange bin ich dabei. Da danke ich euch nochmal. Schwester, nehmen sie sich doch bitte ein Keks aus der Lade, es sind die Guten, wissen sie&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Danke Frau S., den hebe ich mir für später zum Kaffee auf. Danke &#8230;&#8221; und die Schwester dreht sich um und bringt die Schmutzwäsche zum Wäschesack. Danach kommt sie zurück und wünscht Frau S. noch eine gute Nacht und ausreichend Schlaf. &#8220;Danke Schwester B., ich hoffe auch, dass ich heute Nacht besser schlafe. Vollmond haben wir ja nun nicht mehr. Ihnen wünsche ich auch einen ruhigen Nachtdienst&#8221;.</p>
<p>&#8220;Danke Frau S., freut sich die Schwester und drückt leicht die Hand der Bewohnerin, die dankbar und beinahe noch fester den Druck erwidert. &#8220;Gute Nacht&#8221;. Leise geht die Schwester aus dem Zimmer und beherzigt den Wunsch der Bewohnerin, die Tür einen Spalt weit offen zu lassen.</p>
<p>Wir erleben sie immer, die Grenzen des Daseins. Und wir erleben sie vermehrt, je älter wir werden. Loslassen, auslassen, selektieren, mit Verlusten umgehen lernen&#8230; und trotz aller Risse im Leben kann Licht eindringen und Herzen durchdringen.</p>
<p>In kurzen Momenten strahlen innere Lichter und in neuem Glanz kann in Furcht, Angst, Alter, Verlassenheit, Heimatlosigkeit, Verlorenheit, in Erinnerungen und in Grenzsituationen ein Blitzlicht der Freude entstehen und Sinn und Erfüllung sich breitmachen.</p>
<p>In kleinen Gesten, in kleinen Dingen, in einem kurzen Augenblick geht ein Licht an und schenkt uns ein freudiges Gefühl. Ein Gefühl, dazu zu gehören, trotz aller Einschränkung, ein Gefühl der Verbundenheit, unendliche Kraft macht sich breit und die Angst verliert sich, weil man nicht ausgegrenzt ist und dieser Licht-an-Moment schenkt uns neue Wertigkeit in dunklen Augenblicken.</p>
<p><span style="color: #800080;">Ich bin ein Mensch von vielen und stehe vor einer Wende, in den Augenblicken meiner Erinnerung konnte ich nicht verweilen. Doch ich eilte weiter und habe mich besonnen, dass ich doch in allem Dunkel Sonne in mein Herz ziehen lassen kann, damit sie mich erwärmt. Ich mag die Wärme in meinem Herz nicht abkühlen lassen. Spielen möchte ich bis zuletzt und mich freuen. </span></p>
<p><span style="color: #800080;">Alles habe ich gesehen und vieles erlebt. Schwarz glomm es oft aus mir empor, doch auf dunkel traf auch hell. So strahlend erhellte mich die Sonne und warf mich gleißend empor in die Helle der Freude. Es gab Tage, da wurde mein Herz so schwer und es zerriss mich fast und doch mag ich ehrlich sein, denn die Tage, die mein Herz vor Glück überfluteten, auch die gab es. Die Sterne verlieren doch nie ihren Glanz und auch mein Leben und Sein nicht, wenn ich Licht fluten lasse in mein Jetzt.</span></p>
<p><span style="color: #800080;"><a href="http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.thalia.at%2Fshop%2Fbuch_kategorie%2Fsuche%2F%3Fsq%3Djoanna%2Bla%2Bbright%2B%26amp%3Bsswg%3DANY">meine Werke</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #800080;"> </span></p>
<p><span style="color: #800080;"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>wertvolle Hände</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 15:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hospizblog.at/?p=1217</guid>
		<description><![CDATA[Wenn uns eine Krise trifft, wenn uns die Traurigkeit und die Ausweglosigkeit zu überrollen scheinen, können auch wir Situationen nicht mehr überschauen oder Entscheidungen wohl überlegt treffen. Auch wir brauchen &#8220;Betreuung&#8221; und sei dies durch den Trost eines guten Freundes, dessen Zuspruch uns wieder &#8220;aufrichtet&#8221;. Der kranke, der alte und auch der sterbende Mensch erleben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn uns eine Krise trifft, wenn uns die Traurigkeit und die Ausweglosigkeit zu überrollen scheinen, können auch wir Situationen nicht mehr überschauen oder Entscheidungen wohl überlegt treffen. Auch wir brauchen <span id="more-1217"></span>&#8220;Betreuung&#8221; und sei dies durch den Trost eines guten Freundes, dessen Zuspruch uns wieder &#8220;aufrichtet&#8221;.</p>
<p>Der kranke, der alte und auch der sterbende Mensch erleben ebensolchen Kummer. Natürlich ist dieser Kummer wieder anders, so wie auch die Krisen und Lebenssituationen aller Menschen verschieden sind.</p>
<p>Auf der einen wie auf der anderen Seite stehen sich Ratlosigkeit, Kummer, Einsamkeit oder Traurigkeit gegenüber. Doch auch dies ist eine gemeinsame Basis. Der kranke Mensch kann durch den Kummer seiner Pflegeperson  ebenso erfahren, dass sie sich tatsächlich einfühlen kann und verstehen kann, wie ihm zumute sein muss.</p>
<p>Dass die/ der Pflegende Rat geben kann oder zumindest versteht, ist eine tragende Säule. Auf diesem Fundament lassen sich wunderbare Kontakte aufbauen. Stütze und Halt, Vertrauen im Geben und Nehmen liegen in  einer solchen Begegnungl.</p>
<p>Oft stellen die Menschen, die wir betreuen, denen wir Hilfe angedeihen lassen oder denen wir Unterstützung anbieten, gar nicht allzu große Forderungen, sondern sie wünschen sich nur Verständnis, Gleichheit, Gleichrangigkeit und Wärme in einer Phase der Hilflosigkeit, der Ratlosigkeit, des Ausgegrenzt-Fühlens oder der Trauer.</p>
<p>Und im Wissen, dass es jeden Menschen von heute auf morgen treffen kann und er auf die eine oder andere Weise in Abhängigkeit geraten kann, sollten wir vorausschauend eines tun: das zu geben, was wir uns auch wünschen. Angenommen, wahrgenommen, wertgeschätzt, geachtet und in Würde begleitet zu werden, egal in welcher Situation wir uns befinden.</p>
<p>Und im Wissen darum haben wir einen wertvollen Schlüssel in der Hand. Wertvoller als Gold. Im WIR liegt ein Zauberwort.</p>
<p><a title="Tipp zur Lebenshilfe" href="http://www.amazon.de/Kartenlegen-leicht-gemacht-Joanna-Bright/dp/3990037692/ref=sr_1_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1328369905&amp;sr=1-2#reader_3990037692">Tipp zur Lebenshilfe</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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